Weine aus Brandenburg und der Welt, Gespräche, Lesungen und mehr…

Baruther Urstromtal

Schneiden, Triebe binden, hacken … im Sommer ist ständig etwas zu tun.

Schneiden, Triebe binden, hacken … im Sommer ist ständig etwas zu tun.

In den Jahren 2007 und 2008 wurden am Südhang des Baruther Mühlenbergs über 1000 Rebstöcke um einen Wildbirnenbaum gepflanzt. Die Initiative ging aus von einer Gruppe, die sich 2004 unter dem programmatischen Namen Institut zur Entwicklung des ländlichen KulturRaums e.V. zusammengefunden hatte.

Unter Mitwirkung vieler einzelner Menschen, Firmen und Betriebe aus Stadt und Land, Förderung der Stadt Baruth und des Landkreises Teltow-Fläming wurde die Rebfläche seitdem erweitert.

Mit einer Größe von >1 ha gilt der Baruther Weinberg mittlerweile als landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb. Er ist damit aber nicht hinlänglich beschrieben: Die Reben stehen in einer abwechslungsreichen und aufgelockerten, insgesamt 3 ha großen Weinbergslandschaft, die von Einzelbäumen, Baumgruppen und Findlingen durchsetzt ist. Im Osten und Süden ist sie gerahmt von einem märkischen Kiefernforst, im Norden durch eine alte Fliederhecke, einen neu angelegten Heckenstreifen und junge Obstbäume. Im Westen steht eine Reihe alter Obstbäume. Dahinter schließt sich ein dichter Gebüschstreifen an. Feldsteinhaufen für Eidechsen sowie Kästen für Vögel, Fledermäuse und Insekten fördern die Artenvielfalt auf dem Weinberg.

Nach der Eiszeit bildete sich das Baruther Urstromtal, auf dessen Talboden aus Flusssand um Baruth herum nacheiszeitliche Erd-Niedermoore entstanden. Im Gegensatz zu diesem fruchtbaren Boden bietet der Mühlenberg mit seiner Höhenmarke auf dem Baruther Weinberg in 105 m ü. NN nur eine Unterlage aus Geschiebedecksand über Schmelzwassersand und bestenfalls dünner Erdschicht mit nur schlecht zersetzter organischer Substanz aus Kiefernadeln. Es gibt nur wenige Gebiete, wo Wein auf Sandboden angebaut wird, etwa in Südfrankreich (Vin des Sables), in Portugal in der Nähe Lissabons (Colares), am Neusiedlersee in Österreich (Seewinkel) oder in der Ungarischen Tiefebene (Alföld).

Aber: In seiner Philosophie des Weins schreibt der ungarische Schriftsteller Béla Hamvas: »Wenn man Sandwein trinkt, füllt man sich mit winzig kleinen Sternenkörnchen, und diese Körnchen tanzen im Blut wie die lebendig gewordene Milchstraße.«

Die in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg im Breisgau ausgewählten und angebauten pilzwiderstandsfähigen Neuzüchtungen sind:

JOHANNITER

Johanniter = Riesling × (Seyve Villard 12-481 × (Grauburgunder × Gutedel))

HELIOS

Helios = Merzling × (Seyve-Villard 12-481 × Müller-Thurgau)

SOLARIS

Solaris = Merzling × Gm 6493. Durch Merzling mit Helios (siehe dort) verschwistert.

CABERNET CORTIS

Cabernet Cortis = Cabernet Sauvignon × Solaris   und

MUSCARIS

Muscaris = Solaris × Gelber Muskateller

Bei uns können Sie kaufen:

2018 »Baruther Goldstaub«
HELIOS
Brandenburger Landwein, 11 % vol • 0,5 l

2018 »Baruther Goldstaub«
SOLARIS
Brandenburger Landwein, 13 % vol • 0,5 l

2018 »Baruther Goldstaub«
CUVÉE aus Helios, Solaris und Johanniter
Brandenburger Landwein, 11 % vol • 0,5 l